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Sonntag, 9. August 2026

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Künstliche Intelligenz – Helfer oder Konkurrent?

Wird KI jungen Menschen Berufschancen wegnehmen? Müssen wir eine existentielle Angst verspüren? Nicht, wenn wir lernen, alte Fähigkeiten durch neue Technologie entfalten zu lassen.

Gregor Weiser  ·  8. August 2026

Seit dem 30. November 2022 sind die meisten Menschen mit generativen Chatbots wie ChatGPT des US-Unternehmen OpenAI in Kontakt getreten. Für viele wird dieser Bot einen Einfluss in ihrem Leben gehabt haben, sei es das einfache Nutzen als Suchmaschine, die Generation einer Rezeptidee oder die Unterstützung bei Hausaufgaben. Wer auch nur einmal eine Problemstellung durch generative Künstliche Intelligenz erfolgreich gelöst hat, wird womöglich zwei Gefühle empfunden haben. Die Verwunderung, wie ein Computerprogramm einen menschlichen Satz nehmen kann, und daraus ein Problem lösen kann, zum einen. Zum anderen empfindet man langsam aber doch ein schleichendes Gefühl des Unmuts. Man fragt sich, welche Aufgaben die KI wohl in drei Jahren lösen können wird, wenn sie jetzt schon zu Aufgaben fähig ist, die bislang nur durch Menschen zu bewältigen waren. 

 

Die rasante Adaption von KI in der Arbeitswelt löst bei vielen jungen Menschen Angst aus. Was früher typische Praktikumstätigkeit war, oder Arbeit für junior-level Mitarbeiter:innen, die einen Einstieg in die Berufswelt erlaubte, wird heute oft von KI ersetzt. Die Karriereleiter, die einem so oft in der Schule als eine Selbstverständlichkeit verkauft wurde – Matura, Studium, ein paar Praktika, Anfangs-Level Bürojob und stetiger Wachstum – scheint heute wie eine Strickleiter im Wind zu baumeln, und die KI droht den Strick zu reißen.

 

Zwar mögen vieler diese Ängste fundiert sein, es werden sicher auch viele jetzige Aufgabenfelder zur Gänze durch KI-Agenten ersetzt werden, aber gerade junge Leute, die am Fuße der Karriereleiter stehen, haben jetzt die Chance, ihren Wert im KI-dominierten Arbeitsmarkt zu etablieren. Wer lernt, Aufgaben effizient und kontrolliert mittels KI-unterstützter Prozesse zu erledigen, verschafft sich in der neuen Ära des Berufslebens einen großen Vorteil. Für viele mag es wirken, als würden nur Tech-Auskenner die Vorteile aus der KI ziehen können, als wäre die Nutzung dieser Entwicklung ein hochkomplexes Thema. Dieser Vorstellung fehlt es an grundsätzlichem Verständnis, wie man mit KI richtig umgeht. 

 

Die Fähigkeiten, die in dieser neuen Arbeitsweise entscheidend sein werden, sind keine neuen, sondern diejenigen, welche seit Jahrhunderten den Erfolg von Nichterfolg unterscheiden. Das analytische Denken, die klare Strukturierung von Arbeitsschritten und das richtige Anwenden von Ergebnissen sind kritische Fähigkeiten, welche man im Zeitalter von KI beherrschen muss. Wer nicht weiß, was er von der KI will, und wild drauf los promted, wird das Ergebnis auch nicht verstehen und anwenden können.

 

Noch nie zuvor war es so einfach, schnell eine Idee, zumindest als Prototyp, umzusetzen. Noch nie konnten junge Menschen, die noch keinen Fuß in der Arbeitswelt gefasst haben, so einfach ihre Fähigkeiten ausnutzen, um ihre kreativen Erfindungen ins Leben zu rufen. Noch nie zuvor aber war es so einfach, bei falscher Umsetzung schnell den Überblick und die Kontrolle über sein Arbeitswerkzeug zu verlieren.