diestadtredaktion
Montag, 26. Oktober 2026

Gedicht

Kopfarzt und Obers

Ein Gedicht, zum sich den Milchschaum des Kaffees, bei einem Sommerfrühstück weg zu schmunzeln. Für mehr Müßiggang, Trinkgeld und mehr einladen. 

Elina Lamm 8. August 2026

Der beste Kopfarzt den man fand, auch als Neurologe sehr bekannt,

verdient sein Tagwerk mit dem Schneiden.

Mit dem Schnipseln und dem Feilen.

An Hirneswurzel und Blutgerinnseln,

an Halsschlagadern und Einfallspinseln.

Doch Hauptquell seines Geschäfts,

ist des Gastwirten Geschlecht.

Tagein, Tagaus,

kommen die Schlaganfallpatienten herein ins Haus.

Und unter diesen armen Gesellen,

gibt es nun viel freie Stellen.

Lieblingsessen aller Leute,

ist Schlagobers mit Eis, und heute,

da kommen gleich vier von ihnen,

die sicher alle gleich wenig Geld verdienen.

Doch sicher nicht, weil sie zu faul,

halten alle einfach nie ihr Maul,

da lädt einer alle ein,

ach lieber Ober, sagt man, danke, fein.

Geplagt von dem ständ’gen Tun,

wo sie selber niemals ruhn,

da ein guter Wirt ein Gastfreund ist,

und daher die Rechnung gern vergisst,

strengen sie sich an vergebens,

haben’s selber nix fürs Leben,

selbstlos wie keiner, sind sie alle, bis auf eins, das was sie wirklich reizt,

wo kommt raus, all die Wut und Geiz,

bei Obers größter Leibesspeise,

geht verloren alle Tugend und Freigeist,

und so liegen sie alle da,

Herr Ober hier, Herr Ober da.

Alle ham’s an Schlaganfall erlitten,

weil sie sich um Schlagobers ham gestritten.

So muss der Ober nun gestehen,

der Kaffee ohne Schlag, war des Obers größtes Vergehen.